Alternative Datenquellen: Was es sonst noch gibt

Für viele Fragestellungen ist die beste Antwort auf „Brauchen wir Bewegungsdaten?" ein klares Nein – weil eine etablierte Datengrundlage schneller, präziser und ohne Datenschutzdebatte zum Ziel führt.

Illustration: Auswahl verschiedener Datenkarten, zwei davon hervorgehoben

Diese Seite ist bewusst der ausführlichste Teil des Bereichs. Denn die Frage, ob Bewegungsdaten die richtigen Daten sind, lässt sich nur beantworten, wenn man die Alternativen kennt.

Nachfrage und Kaufkraft

Kaufkraftdaten beziffern das verfügbare Einkommen der Bevölkerung, meist als Index oder Euro-Betrag je Einwohner beziehungsweise Haushalt. Einzelhandelsrelevante Kaufkraft grenzt davon den Teil ab, der im stationären Handel ausgegeben wird; Sortimentskaufkraft schlüsselt weiter nach Warengruppen auf.

Beantwortet: Wie viel Nachfrage steckt im Einzugsgebiet? Trägt ein bestimmtes Sortiment? Auflösung: bis auf feine Gebietsebenen wie Mikro-Postleitzahlen oder Rasterzellen. Vorteil gegenüber Bewegungsdaten: direkte Aussage zum Umsatzpotenzial, unstrittig, kein Datenschutzthema.

Bevölkerungs- und Haushaltsstruktur

Einwohner- und Haushaltsdaten beschreiben, wie viele Menschen wo leben, in welchen Haushaltsgrößen und Altersgruppen. Ergänzend liefern soziodemografische Daten Merkmale wie Erwerbsstatus, Bildung oder Familienstruktur.

Beantwortet: Wer wohnt im Umfeld? Wie groß ist das Potenzial überhaupt? Wichtig: Das ist die Wohnbevölkerung. Wer die Tagesbevölkerung braucht – etwa in Bürolagen –, ist bei Bewegungsdaten richtig. Siehe Kennzahlen.

Zielgruppen und Milieus

Zielgruppendaten ordnen Gebieten Lebensstil-, Milieu- oder Konsumtypen zu. Sie sind das Werkzeug für Ansprache, Sortimentsgestaltung und Mediaplanung.

Beantwortet: Wen erreiche ich hier, und wie spreche ich ihn an? Hinweis: Auch wenn Bewegungsdaten-Auswertungen Zielgruppenmerkmale ausweisen, stammen diese in der Regel aus genau solchen Gebietsdaten – verknüpft über die Homezone. Man kann sie also auch direkt nutzen.

Wettbewerb und Umfeld

Firmenadressen und Points of Interest zeigen, welche Betriebe, Einrichtungen und Frequenzbringer sich wo befinden – vom Wettbewerber über den Ankermieter bis zur Schule oder Haltestelle.

Beantwortet: Wie dicht ist der Wettbewerb? Welche Magnete gibt es im Umfeld? Stärke: punktgenau, aktuell, ohne statistische Unsicherheit.

Räumliche Grundlagen

Gebietsgrenzen, Postleitzahl- und Mikro-PLZ-Gebiete, Rasterdaten und Straßendaten sind die Basis jeder räumlichen Auswertung. Aus Straßendaten lassen sich Fahrzeit- und Fußweg-Einzugsgebiete berechnen – eine solide Näherung, wenn empirische Einzugsgebiete zu aufwendig wären.

Amtliche Statistik

Häufig unterschätzt und meist kostenfrei: Statistische Ämter liefern Beherbergungsstatistik, Pendlerverflechtungen, Beschäftigtenzahlen, Bautätigkeit und Wirtschaftsstrukturdaten. Für viele regionale Fragestellungen ist das die naheliegendste Grundlage – und in Gremien unangreifbar.

Einschränkung: geringere Aktualität, gröbere Gebietsebenen, Meldegrenzen (z. B. in der Beherbergungsstatistik).

Eigene Daten

Der am meisten übersehene Bestand. Kassendaten, Kundenkarten, Buchungssysteme, Website-Analysen, Parkhausdaten, Besucherzählungen an Einrichtungen, Mitgliederdaten von Verbänden. Diese Daten sind präzise, gehören Ihnen und kosten nichts extra. Oft lohnt es sich, sie zuerst auszuwerten – nicht selten beantwortet das die Frage bereits.

Stationäre Zählung und Sensorik

Für punktgenaue, kontinuierliche und echtzeitfähige Frequenzmessung an einem definierten Ort bleibt die eigene Zählstelle das präziseste Instrument. Sie ist zudem die datenschutzfreundlichste Variante, weil der Betreiber die Verarbeitung vollständig kontrolliert. Siehe Datenquellen.

Befragungen

Der einzige Weg zum Warum. Motive, Zufriedenheit, Wahrnehmung, Preisbereitschaft, Wechselgründe – nichts davon steht in Sekundärdaten. Befragungen sind aufwendig, aber für manche Fragen alternativlos.

Zuordnung auf einen Blick

Ihre Frage Passende Grundlage
Wie viel Umsatzpotenzial? Kaufkraft, Sortimentskaufkraft
Wer wohnt hier? Einwohner-, Haushalts-, Soziodemografiedaten
Wie spreche ich sie an? Zielgruppen- und Milieudaten
Wie stark ist der Wettbewerb? Firmenadressen, POI
Wie weit reicht mein Gebiet? Straßendaten (Fahrzeit) oder Bewegungsdaten (empirisch)
Wie viele kommen vorbei? Bewegungsdaten oder Sensorik
Woher kommen sie? Bewegungsdaten
Was besuchen sie noch? Bewegungsdaten
Warum kommen sie? Befragung

Wo Sie diese Daten finden

Markt-, Geo- und Firmendaten gehören zum Kerngeschäft unseres Geschäftsbereichs. Einen vollständigen Überblick über das Datenangebot der p17 GmbH – von Kaufkraft und Zielgruppendaten über Gebietsgrenzen und Rasterdaten bis zu Firmenadressen und Points of Interest – finden Sie unter p17-data.de.

Wenn Sie unsicher sind, welche Grundlage zu Ihrer Frage passt: Die Entscheidungshilfe führt Sie in wenigen Schritten hindurch, und Daten kombinieren zeigt, wie sich mehrere Quellen sinnvoll verbinden lassen.

Passen Bewegungsdaten zu Ihrer Fragestellung?

Beschreiben Sie kurz, was Sie herausfinden möchten – wir sagen Ihnen ehrlich, ob Bewegungsdaten die richtige Grundlage sind oder ob andere Daten schneller und günstiger ans Ziel führen.

  • Unabhängige Einordnung: Bewegungsdaten oder alternative Datenquellen
  • Antwort in der Regel innerhalb eines Werktags
  • Erstgespräch kostenlos – auch wenn die Fragestellung noch offen ist