Schritt 1: Die Entscheidung benennen
Nicht die Datenfrage, sondern die Entscheidung dahinter. Beispiele:
- Wir müssen entscheiden, ob wir an Standort A oder B mieten.
- Wir müssen begründen, warum der zentrale Versorgungsbereich so und nicht anders abgegrenzt ist.
- Wir müssen dem Ausschuss darlegen, ob die Umgestaltung gewirkt hat.
- Wir müssen unser Marketingbudget auf Quellmärkte verteilen.
- Wir müssen wissen, ob ein zusätzliches Angebot am Standort trägt.
Wenn Sie diesen Satz nicht formulieren können, ist es zu früh für Daten. Das klingt streng, erspart aber viel Aufwand.
Schritt 2: Den Fragetyp bestimmen
| Fragetyp | Beispiel | Passende Grundlage |
|---|---|---|
| Potenzial | Wie viel Nachfrage steckt im Gebiet? | Kaufkraft, Einwohner, Haushalte |
| Struktur | Wer wohnt / arbeitet hier? | Soziodemografie, Zielgruppendaten |
| Wettbewerb | Wer ist schon da? | Firmenadressen, POI |
| Anwesenheit | Wie viele kommen vorbei, wann? | Bewegungsdaten oder Sensorik |
| Herkunft | Woher kommen sie? | Bewegungsdaten |
| Beziehung | Was besuchen sie noch? | Bewegungsdaten |
| Entwicklung | Was hat sich verändert? | Bewegungsdaten, amtliche Statistik |
| Motiv | Warum kommen sie (nicht)? | Befragung |
Hintergrund zu den Alternativen: alternative Datenquellen.
Schritt 3: Machbarkeit prüfen
Wenn Ihr Fragetyp auf Bewegungsdaten zeigt, prüfen Sie diese vier Punkte:
- Gebietsgröße: Ist Ihr Analysegebiet größer als ein einzelnes Gebäude? Ein Straßenabschnitt, ein Quartier, eine Destination sind gut; ein einzelnes Ladenlokal ist grenzwertig.
- Zeitraum: Reicht Ihnen eine Betrachtung über Wochen oder Monate? Einzelne Tage in kleinen Gebieten liefern vor allem Rauschen.
- Vorlauf: Können Sie einige Wochen warten? Echtzeit gibt es nicht.
- Innen oder außen: Geht es um den öffentlichen Raum oder um Innenräume? Innenräume scheiden aus.
Details unter Raum und Zeit und Grenzen der Aussagekraft.
Schritt 4: Vorhandenes prüfen
Bevor Sie beauftragen: Was liegt bereits vor?
- Eigene Zählungen, Kassen-, Buchungs- oder Parkhausdaten
- Frühere Erhebungen der Kammer, des Handelsverbands oder der Nachbarkommune
- Amtliche Statistik zum Thema
- Ergebnisse aus einem früheren Konzept oder Gutachten
Häufig beantwortet das die Frage bereits teilweise – und schärft in jedem Fall den Zuschnitt der ergänzenden Auswertung.
Schritt 5: Zusammenstellen
Jetzt lässt sich das Paket definieren. Typische Ergebnisse aus dieser Prüfung:
„Bewegungsdaten sind richtig – aber nicht allein." Der Normalfall. Frequenz und Herkunft aus Bewegungsdaten, Potenzial und Struktur aus Marktdaten. Siehe Daten kombinieren.
„Bewegungsdaten sind nicht nötig." Ebenfalls häufig. Die Frage zielt auf Potenzial, Struktur oder Wettbewerb – dafür gibt es bessere Grundlagen.
„Bewegungsdaten wären richtig, gehen aber nicht." Gebiet zu klein, Zeitraum zu kurz, Echtzeit nötig oder Innenraum. Alternative: stationäre Zählung, gröberer Zuschnitt oder längerer Zeitraum.
„Erst Befragung, dann Daten." Wenn das Warum im Vordergrund steht. Sekundärdaten können das nicht liefern.
„Nur Bewegungsdaten." Selten, aber es gibt sie – vor allem bei Fragen nach Besuchsketten und Herkunft, etwa im Tourismus.
Wenn Sie unsicher sind
Dafür gibt es das Erstgespräch. Schildern Sie uns die Entscheidung aus Schritt 1 und das, was Sie bereits haben – wir sagen Ihnen, welche Grundlage passt. Auch dann, wenn die Antwort lautet, dass Sie keine neuen Daten brauchen. Zum Kontakt.
Wenn Sie sich für Bewegungsdaten entscheiden, gehen Sie vor der Beauftragung die Prüfkriterien durch – das ist der zweite Filter, der sich lohnt.