Grundlagen: Was Bewegungsdaten sind – und wie sie entstehen
Bevor man Bewegungsdaten interpretiert, sollte man wissen, woher sie kommen. Diese Seiten erklären den Weg vom einzelnen Signal bis zur Kennzahl – ohne Marketing-Vokabular, aber mit den Details, die für die Bewertung wichtig sind.
Wer Bewegungsdaten zum ersten Mal sieht, bekommt in der Regel eine fertige Zahl präsentiert: „In diesem Straßenabschnitt wurden im Mai durchschnittlich 4.800 Personen pro Tag gezählt." Die Zahl wirkt eindeutig. Tatsächlich steht dahinter eine ganze Kette von Entscheidungen: Welche Geräte wurden erfasst? Wie lange musste jemand im Gebiet bleiben, um mitgezählt zu werden? Auf welche Grundgesamtheit wurde hochgerechnet? Wer diese Kette nicht kennt, kann das Ergebnis weder einordnen noch verteidigen.
Deshalb beginnt dieser Bereich nicht bei den Anwendungen, sondern bei der Methode. Wir starten mit der Frage, was Bewegungsdaten überhaupt sind und wie sie sich von klassischen Frequenzzählungen unterscheiden. Anschließend geht es um die Datenquellen – Mobilfunknetz, App-Signale und stationäre Sensorik unterscheiden sich fundamental in dem, was sie sehen. Der Abschnitt Von der Messung zur Kennzahl beschreibt, wie aus Rohsignalen über Panelbildung, Filterung und Hochrechnung belastbare Werte werden.
Darauf aufbauend erklären wir die üblichen Kennzahlen – von Besuchervolumen über Verweildauer bis zur Herkunftsverteilung –, die Zusammenhänge zwischen räumlicher und zeitlicher Auflösung sowie die Kriterien für Datenqualität und Repräsentativität. Den Abschluss bildet bewusst kein Verkaufsargument, sondern eine ehrliche Übersicht der Grenzen und typischen Fehlerquellen.
Wenn Sie danach wissen möchten, wofür sich das Ganze praktisch einsetzen lässt, geht es weiter bei den Anwendungen. Wenn Sie stattdessen prüfen möchten, ob Bewegungsdaten für Ihre Frage überhaupt das richtige Werkzeug sind, hilft der Bereich Die richtigen Daten.
Was sind Bewegungsdaten?
Definition, Abgrenzung zu klassischen Zählungen und was Bewegungsdaten im Geomarketing überhaupt leisten.
Datenquellen
App-Signale, Mobilfunknetz, stationäre Sensorik: Wie sich die Quellen in Abdeckung, Genauigkeit und Rechtsgrundlage unterscheiden.
Von der Messung zur Kennzahl
Panelbildung, Filterung, Homezone-Erkennung und Hochrechnung – der Weg vom Rohsignal zur belastbaren Zahl.
Kennzahlen
Besuchervolumen, Verweildauer, Wiederkehrer, Herkunft, Einzugsgebiet und Besuchsketten – die gängigen Metriken im Überblick.
Räumliche und zeitliche Auflösung
Geofences, Gebietsebenen, Zeitraster und Historie – und der Zielkonflikt zwischen Detailgrad und Belastbarkeit.
Datenqualität und Repräsentativität
Panelgröße, systematische Verzerrungen, Plausibilisierung und Kalibrierung – woran sich belastbare Auswertungen erkennen lassen.
Grenzen der Aussagekraft
Kein Umsatz, kein Motiv, keine Echtzeit: die harten Grenzen und die typischen Fehlschlüsse in der Praxis.